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Das Orakel

Die Welt des Orakels

Das Orakel ist eine aus dem Altertum stammende Methode, die Zukunft vorherzusagen. In imposanten Tempeln, die als solche bekannt waren und als Heiligtümer der Götter galten, empfingen im antiken Griechenland sowie im Römischen Reich Priester göttliche Botschaften, die beispielsweise den Ausgang wichtiger Schlachten vorhersagten. Die heutigen Mittel der Esoterik sind weitaus kleiner gehalten als die damaligen Methoden, das Ziel haben sie jedoch beibehalten.

Das Medium unterscheidet sich deutlich von den Fähigkeiten eines Hellsehers, der die Zukunft vorhersagen kann. Der Hellseher ist eine leibhaftige Person, der eine gewisse Fähigkeit hat, wahre Prognosen zu erstellen. Ein Orakel hingegen gilt als Mittel, eine höhere Instanz zu befragen. Die heutige Esoterik kennt eine Vielzahl solcher Instanzen, die sowohl gute als auch böse Absichten haben können. Je nach ausgewählter Methode entscheidet sich, welche Instanz tatsächlich angesprochen wird.

Das Tarot ist heute eine der bekanntesten Methoden des Orakelns. Sie stammt ursprünglich aus Ägypten und ist seit dem 14. Jahrhundert in Europa bekannt. Indem man die Karten legt, erhält man Antworten auf Fragen, die man dabei stellt. Jede Karte stellt ein unterschiedliches Symbol dar, das eine eigene Bedeutung inne hat. Tarot gilt als Methode, individuelle Prognosen über das künftige Leben eines Menschen zu erstellen. Wie bei vielen Orakeln kann die Methode nicht nur zur Findung der eigenen Antworten eingesetzt werden, sondern auch stellvertretend für andere Personen.

Als weitaus riskantere Methode des Orakelns gilt der Einsatz des Ouija-Boards. Alle Teilnehmer legen die Hand auf ein Glas oder ein anderes bewegliches Schiebeelement und rufen gemeinsam einen Geist an. Dieser kann sowohl gut als auch böse sein – in jedem Fall beantwortet er die Fragen der Teilnehmer, indem er das Schiebeelement selbstständig von einem Buchstaben zum nächsten schiebt. Wahrgenommen wird das von den Teilnehmern als Kraft, die das Schiebeelement antreibt, aber von keinem von ihnen kommt.

Orakel gibt es auch in ungewöhnlicher, einmaliger Form. Ein Beispiel ist der Krake Paul aus Oberhausen, der zur WM 2010 die Spielergebnisse vorhersagen konnte. Dadurch entwickelte er sich zu einem ähnlichen Medium zur Vorhersage der Zukunft wie die übrigen bekannten Methoden. Individuelle Formen tauchen immer wieder auf, sie sind allerdings einmalig und sehr selten.



Orakel Tarot

Wahrsagemethoden: Die verschiedenen Formen des Orakels

Ein Orakel (abgeleitet vom lateinischen Begriff oraculum für Götterspruch) stellt eine göttliche Offenbarung dar, die in Gestalt eines Zeichens (oder in der Kanalisation durch ein Medium) Aussagen über zukünftige Ereignisse treffen soll. Selbstverständlich sind sämtliche Varianten des Orakels abhängig von einer Interpretation und dabei ist bekanntermaßen im Verlauf der Geschichte häufig der Wunsch der jeweils Rat suchenden Partei der Vater des Gedankens gewesen. Die Deutung eines Götterspruchs wird also maßgeblich von der Person bestimmt, die das Orakel zu lesen vermag aber genauso auch von der Person, die deren Auslegung dokumentiert und diese weiter überliefert. Manchmal wird deshalb auch der Bote selbst Orakel genannt.

Ein Orakel darf dabei nicht mit Hellseherei gleichgesetzt werden, denn das Orakel übermittelt stets nur die Offenbarungen einer göttlichen Entität, wohingegen ein Hellseher die genannten Informationen durch sein eigenes Talent erhält. Auch von der Prophetie unterscheidet sich ein Orakel, denn ein Orakel ist in der Lage auf Fragen zu antworten, während einem Propheten die Offenbarung Gottes willkürlich und zudem ungefragt anheim gestellt wird.

Antikes Sprachrohr der Götter: Die Funktion des Orakels im Altertum

In früheren Zeiten hatten Orakel jene Stellung inne, die heutzutage Zukunftsforscher einnehmen: Mittels ihrer Vorhersagen verschafften sie den Regenten die nötige argumentative Grundlage, ihre Beschlüsse durch die Auslegung der Göttersprüche durchzusetzen. So gab es bereits im antiken Griechenland in allen erdenklichen Regionen geachtete Orakel, von denen das in Delphi bis heute als das bekannteste gilt. Als andere bedeutende Orakelstätten des Altertums galten das Ammonium in der Oase Siwa sowie die spirituellen Zentren von Didyma, Dodona, Ephyra, Klaros und Olympia.

Auch die Priesterin Sibylle von Cumae wird als Einzelperson häufig zu den Orakeln gezählt, wenngleich sie eigentlich dem Orakel von Cumae vorstand. Diese besondere Rolle als Ikone wurde ihr vornehmlich durch die Legendenbildung innerhalb der römischen Literatur zuteil, in der sie als Seherin verewigt worden ist. Im Staatskult des Römischen Reiches versuchten sich dagegen die sogenannten Pontifices (lateinisch für Brückenbauer) und Flamines (lateinisch für Priester einer bestimmten Gottheit) daran, die Zukunft anhand himmlischer Symbole (bspw. Blitz und Donner) oder des Vogelflugs abzulesen. Die sogenannten Haruspices (lateinisch für Opferschauer) erstellten ihre Orakelsprüche, indem sie in den Eingeweiden von Opfertieren nach göttlichen Zeichen Ausschau hielten. Letzteres beruhte auf etruskischen Traditionen. Zwischen dem 4. Jahrhundert v. Chr. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. sowie der Ausbreitung des Christentums verloren all diese vermeintlich göttlichen Stimmen jedoch zunehmend an Bedeutung.



Tarot Orakel Karten

Die einzelnen Formen des Orakels

Aeromantie

Orakel LuftAls Aeromantie wird das Wahrsagen durch die Beobachtung der Luft bezeichnet. Diese Form des Interpretierens von Zeichen, die durch das Element Luft bedingt werden, fand bei den Ägyptern, Babyloniern, Etruskern, Persern und später auch bei den Griechen und Römern Anwendung. Sie beruhte auf der Auslegung von Himmelsphänomenen und schloss dabei Regenbögen, den Wind, die Windrichtung, die Natur von Wolkenformationen, Regenbögen und sogar das Aufkommen von Blitz und Donner bei Stürmen als Zeichen ein.
 
 
 
 
 
 

Chiromantie

ChiromantieMit dem Begriff Chiromantie oder Chiromantik ist die Kunst des Handlesens gemeint. Bei dieser Form des Wahrsagens versucht der Anwender aus einer bestimmten Ausprägung der Gestalt oder sonstigen Aspekten der Hände heraus Aussagen über den Charakter oder Prophezeiungen für die individuelle Zukunft einer Person zu treffen. In erster Linie erhofft man sich beim Handlesen Aufschluss über den Charakter und das Los eines Menschen zu bekommen. Anders als häufig angenommen werden bei der Chiromantie jedoch nicht bloß die Form der sogenannten Lebenslinien untersucht, sondern auch weitergehende Merkmale wie Form und Größe der Hand oder aber die äußere Beschaffenheit der Haut.
 
 
 
 

Geomantie

GeomantieDas Wort Geomantie bezeichnet vorrangig die chinesische Praxis des „Feng-Shui“ gemeint. Hinter dem Feng-Shui verbirgt sich die Lehre darüber, wie ein Haus, eine Wohnung oder ein Betrieb geordnet, d. h. eingerichtet werden muss, um das Qì bzw. Chi (chinesische Lebensenergie der Dinge) dort in einen optimalen Fluss zu bringen, sodass in dem besagten Areal Gesundheit, Glück und Wohlstand Einzug halten können. Weiterhin verbindet man in der Esoterik mit dem Begriff Geomantie auch sonstige Aspekte des Raumes wie Erdstrahlen, Wasseradern und andere Vorgänge, die allerdings eher unter den Bezeichnungen Geopathie und Radiästhesie zusammengefasst werden. Allgemein lässt sich sagen, dass in der Geomantie die Qualität eines Raumes bzw. Ortes erfasst werden soll.
 
 
 

Hydromantie

HydromantieBei der Hydromantie handelt es sich um die Interpretation von Erscheinungen in und über dem Wasser, in natürlichen und artifiziellen Gewässern sowie mit Wasser befüllten Gefäßen wie Bächen, Becken, Flaschen, Quellen, Seen, Strudeln, Teichen und Wasserschalen. Bei einer Wasserdeutung werden Beobachtungen, wie beispielsweise das Auseinanderlaufen mehrerer ins Wasser geworfener Hölzchen, die Anzahl der Aufschläge flach auf die Wasseroberfläche geworfener Kiesel, die Strömungsbewegungen eines Flusses und der Wasserpegel von Quellen bzw. deren Versiegen, der Verlauf der Gezeiten, die Beschaffenheit und Farbe des Wassers gedeutet.

Die Methode der Hydromantie soll aus dem altorientalischen Raum stammen und wurde bereits im griechischen Altertum von Auguren und Sehern praktiziert, da viele Tempel über eigene Quellen verfügten (sogenannte Wasserorakel) und in der Mythologie verschiedene Gewässer, insbesondere natürliche Quellen, als sakrale Stätte galten, da diese angeblich von Gottheiten und Geistwesen (Nymphen) bewohnt wurden.
 
 

Kaffeedomantie

KaffeelesenDer etwas eigentümlich anmutende Begriff Kaffeedomantie bezeichnet in der Esoterik nichts anderes als die Praktik des Kaffeesatzlesens. Bei dieser Variante des Wahrsagens, die sich auch auf Jahrmärkten großer Beliebtheit erfreut, wird entweder der schaumige Film auf dem frisch aufgebrühten Kaffee oder aber der gesammelte Kaffeesatz am Grund einer leeren Tasse anhand seiner Beschaffenheit interpretiert.
 
 

Kartomantie

KartenlesenBei der Kartomantie handelt es sich um das Wahrsagen unter Verwendung von Karten. Dabei ist allerdings nicht nur das klassische Tarot gemeint, sondern die Auslegung aller Arten von Spielkarten. Diese Methode der Prophezeiung wird in der Regel als eine der ältesten Formen des Wahrsagens angesehen: So weiß man aus historischen Überlieferungen, dass das Kartenlegen bereits im Altertum von aus Ägypten stammenden fahrenden Händlern praktiziert wurde. Trotz dieser weit zurückreichenden Tradition ist der tatsächliche Ursprung der Kartomantie aber nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen.
 
 

Kristallomantie

Orakel KristallkugelHinter der Kristallomantie verbirgt sich die Zukunftsdeutung unter Zuhilfenahme einer Kristallkugel. Diese auch aus filmischen und literarischen Darstellungen des Wahrsagens bekannte Technik kann allerdings auch allein mit einer Glasschüssel voller Wasser durchgeführt werden.
 
 
 
 
 

Pyromantie

Orakel FeuerDie Pyromantie ist in der Esoterik die Auslegung des Feuers und war insbesondere im Altertum eine der gebräuchlichsten Formen des Wahrsagens. Dabei gab es viele unterschiedliche Vorgaben, wie die Zeichen, die zumeist durch lodernde Flammen in einer offenen Schale hervorgerufen wurden, zu deuten seien. Dazu gehörte unter anderem das Deuten der Rauchsäule, die Veränderung bestimmter Gegenständen, die von den Sehern dem Feuer zugeführt wurden und zu guter Letzt die Deutung der Asche, die am Ende eines Opferfeuer zurück blieb. Darüber hinaus gab es auch noch viele andere Varianten dieser Methode, die jedoch alle in irgendeiner Verbindung zum Feuer standen, so auch solche mit brennendem Öl, lodernden Geschossen oder Hafenfeuern.
 

Spatulamantie

Knochenlesen OrakelDiese Weissagungsform, bei der die Knochen eines Opfertieres interpretiert wurden, wurde der Überlieferung zufolge einst durch die Hunnen in den Okzident gebracht und verbreitete sich im Mittelalter in ganz Europa.

Die Grundzüge der Praktik und die einzelnen Details der Deutung des jeweiligen Knochens wurde jedoch leider kaum in schriftlicher Form festgehalten. Die wichtigsten Texte zur Spatulamantie finden sich in zwei byzantinischen Traktaten aus dem 11. und 13. Jahrhundert, von denen eines aus der Feder des bekannten Polyhistorikers Michael Psellos stammen soll. Ursprünglich soll es den Aufzeichnungen nach um die Interpretation der Schulterknochen gegangen sein, doch im Laufe der Zeit wurden auch andere Knochen wie das Brustbein einer Gans auf seine Symbolik hin untersucht.



Nigromantie

Nigromantie

Der heutzutage weniger geläufige Begriff Nigromantie beschrieb im Mittelalter die magischen Beschwörungs- und Weissagungsstechniken der Okkultisten, die seitens des Klerus als Aberglauben verurteilt wurden und daher untersagt waren. Die Bezeichnung selbst schien dabei einer Fusion des antiken griechisch-lateinischen Wortes Nekromantie (Totenbeschwörung) mit dem lateinischen Wort niger (schwarz) zu entspringen (was später auch in den Oberbegriff „Schwarze Magie“ mündete).

Zur damaligen Zeit war man prinzipiell von der Macht und Existenz dieser Techniken überzeugt. Dies ging sogar so weit, dass sie in der Gelehrtenausbildung des Mittelalters neben den freien Künsten (artes liberales) und den praktischen Künsten (artes mechanicae) als Zauberkünste (artes magicae, auch artes incertae oder artes inhibitae genannt) klassifiziert und behandelt wurden. So notierte der Mediziner Johannes Hartlieb in seinem Mitte des 15. Jahrhunderts erschienenen „puch aller verpoten Kunst, ungelaubens und der zaubrey“ die nigramancia als eine von insgesamt sieben mantischen Praktiken: Aeromantia, Chiromantia, Geomantia, Hydromantia, Nigromantia, Pyromantia und Spatulamantia.

Die Übergänge zwischen der geachteten Naturwissenschaft und der verfemten Magie waren dabei fließend und führten oft zu einem Misstrauen gegenüber Schriftgelehrten: Viele der Männer, die sich mit Alchemie, Astronomie, Ingenieurskunst, Mathematik, Medizin oder anderen Gegenständen der Wissenschaft befassten, wurden von der Gesellschaft der Zauberei bezichtigt und dadurch zeitweilig in Verruf gebracht (z. B. Gerbert von Aurillac, der spätere Papst Sylvester II. oder auch der Dichter Vergil, dem ab dem 12. Jahrhundert technische Wundertaten nachgesagt wurden, die ihm dank der Nekromantie gelungen sein sollen).

Dabei wird mit dem Begriff der Nekromantie in erster Linie jegliche Art von Zeremonie oder Zauberei bezeichnet, die zum Ziel hat, mit Toten zu kommunizieren, diese wiederzubeleben oder gar ganze Heerscharen von Untoten (je nach Darstellung animierte Skelette oder Zombies, wie man sie heute kennt) heraufzubeschwören. Die Nekromanten haben demnach die absolute Befehlsgewalt über verstorbene Seelen; es handelt sich bei den Toten nicht um Wiedergänger, die der Sage nach willkürlich und meist aufgrund eines tragischen Todes zurückkehren. Die Kunst der Totenbeschwörung wurde wegen ihrer zumeist niederträchtigen Intention zum Kreis der Schwarzen Magie gezählt und galt damit als Frevel.

Dennoch ist die Nekromantie nicht bloß Teil der europäischen Kulturgeschichte, sondern wurde der internationalen Überlieferung nach in sämtlichen Regionen der Erde von Gelehrten, Priestern und Schamanen praktiziert. So sind Totenbeschwörung ein fester Betandteil der sogenannten Yoruba-Strömungen, zu denen auch der Vodooglaube zählt, aber auch diverser anderer okkulter bzw. spiritueller Riten. Zuweilen fand die Nekromantie auch in Krisenzeiten Anwendung, wenn sich Völker von den Toten Antworten auf schwerwiegende Fragen erhofften. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Beschwörung des verstorbenen Königs Laios durch den Seher Teiresias in der weltberühmten Tragödie „König Ödipus“ von Sophokles.