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Mediale Fähigkeiten

Wann immer man sich Lektüre oder Dokumentationen zu den Themen Parapsychologie oder Esoterik vornimmt, stößt man in den Beschreibungen diese Feldes zwangsläufig auf die Begriffe „Medialität“, „Medium“ oder auch nur die Eigenschaft „medial“. Eine eindeutig bindende Definition dieser Ausdrücke ist dabei jedoch gar nicht so einfach, denn deren Bedeutung ist wesentlich weitläufiger als manche Quellen vorgeben und wird durch den jeweiligen Kontext bestimmt. Als erster Ansatz, um die Bezeichnungen auseinanderhalten zu können, empfiehlt es sich, eine Enzyklopädie zur Hand zu nehmen:

  • Medial stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „in der Mitte liegend„.
  • Auch das Medium ist lateinischer Herkunft und beschreibt ein „Mittel zur Weitergabe oder
    Verbreitung von Informationen durch Sprache, Gestik, Mimik, Schrift und Bild“. Es steht aber ebenso für eine „Vermittlungsperson bei spiritististen Sitzungen“ oder eine „Person, die Fähigkeiten der außersinnlichen Wahrnehmung zu besitzen scheint“.
  • Wer den Begriff Medialität wiederum nachschlägt, erfährt, dass dieser die „Eignung oder Veranlagung zum Medium“ meint.


Doch inwiefern machen diese Definitionen deutlicher, was genau sich hinter medialen Fähigkeiten verbirgt? Nun ist es wichtig, die soeben erhaltenen Erklärungen zu interpretieren und miteinander in Verbindung zu bringen. Daraus ergeben sich folgende Erkenntnisse:

  1. Wenn medial in der Mitte liegend bedeutet, heißt dies, dass es zwei umliegende Bereiche geben muss. Es stellt sich die Frage, welche dies sind.
  2. Wenn ein Medium die Rolle eines Vermittlers oder Sprachrohrs inne hat, ist fraglich, zwischen welchen Parteien oder Positionen vermittelt wird.
  3. Wenn Medialität eine Fähigkeit darstellt, zu der man eine gewisse Neigung besitzen kann, ist anzunehmen, dass man diese in irgendeiner Form abrufen oder gar trainieren kann.

Der folgende Artikel soll diesen Fragen auf den Grund gehen und nebenbei klären, was genau sich hinter den medialen Fähigkeiten verbirgt, die in den esoterischen Journalen und Reportagen so prominent erwähnt werden.

Medial: Das Bindeglied zwischen jenseitiger und diesseitiger Welt

Mediale Fähigkeiten Gothic.Der überwiegende Teil der Menschen glaubt nur, was er mit eigenen Augen beobachten kann. Wenn das Wahrnehmungsspektrum dieser Gruppe nur etwas weniger begrenzt wäre und sie somit leichter auf die linke oder rechte Seite ihres sichtbaren Bereichs blicken könnten, würde sich für jene Personen ein gänzlich neuer Horizont offenbaren.

Mit einer gewissen Anzahl technischer Hilfsmittel und moderner Gadgets ist dies heutzutage teilweise sogar machbar. Es wurden in den letzten Jahren außerdem Prozesse realisiert, mit deren Hilfe sich Energiefelder visualisieren lassen. Um diesen technischen Ansatz zu verstehen, muss man sich vor Augen führen, welche ehemals wenig glaubwürdigen Gegebenheiten inzwischen als alltäglich gelten, wie beispielsweise die Existenz längerer und kürzerer Wellen. Jeder weiß, dass man dank Smartphone oder Radioempfänger Ton in längeren Wellen übertragen kann, doch hätten wir diese technischen Errungenschaften nicht, würden einige womöglich noch immer nicht an das Vorhandensein dieser Wellen glauben. Auch die für kürzere Wellen benötigten Röntgengeräte sind fester Bestandteil menschlichen Alltags, helfen aber letztlich auch nur dabei, etwas Unsichtbares in die Wahrnehmung aller zu heben.

Derlei Hilfsmittel, um seine Sicht zu erweitern, benötigt ein medial veranlagter Mensch in vielen kommunikativen Belangen allerdings nicht, denn diese Menschen vermögen es, ohne technische Apparaturen in die jenseitigen Spektren zu schauen und dort Vorgänge zu registrieren, die für unaufmerksame oder gar ignorante Menschen einfach nicht existieren oder gar kategorisch als unmöglich eingestuft werden.



Mediale Fähigkeiten Mystik
 
Diese teils eklatante Ablehnung bezieht sich dabei vornehmlich auf Themenkreise und Erscheinungen, die Kindern im Rahmen von Märchen vermittelt werden. Anders als in der allgemeinen Wahrnehmung festgelegt entspringen diese nämlich nicht der Vorstellungskraft der Geschichtenerzähler, sondern diese Wesenheiten existieren tatsächlich, allerdings jenseits des Wahrnehmungsspektrums der meisten Menschen. In der Esoterik gehen viele Positionen davon aus, dass Kinder über diese Sicht für die Dinge noch verfügen, sie aber im Alter zwischen vier und sechs Jahren verlieren, sobald sie mit den allgemein gültigen Vorstellungen von Realität konfrontiert werden und ihre mediale Wahrnehmung mit Eintritt in die Schule zunehmend in Zweifel ziehen. Dies hat zur Folge, dass die meisten Menschen im Erwachsenenalter mit diesen anderen Welten, die häufig auch mit dem pauschalen Begriff Zwischenwelt bezeichnet wird, nur noch äußerst selten und gemeinhin sogar erst nach ihrem Tod wieder in Kontakt kommen.

Medial veranlagten Menschen steht diese Pforte dagegen immer offen und sie bilden somit eine personifizierte Schnittstelle zwischen dem, was real ist, und dem, das Skeptiker als Hirngespinste abtun. Dennoch sind Medien auch heutzutage aus der Gesellschaft nicht wegzudenken, da sie an der Stelle eingreifen, wo sich ihre Mitmenschen von der Anwesenheit zwischenweltlicher Wesen in ihrem Alltag belästigt fühlen und sich mit wissenschaftlicher Methodik keine Lösung für die Probleme finden lassen.

Nicht jedes Medium sieht tote Menschen: Die einzelnen Fähigkeitsbereiche auf einen Blick

Als Medium werden Menschen betitelt, die eine Kommunikation mit der geistigen Welt aufbauen bzw. mit Geistwesen in Kontakt treten können und von diesen Botschaften erhalten und diese überbringen können. Der Begriff Geistwesen ist dabei sehr weit gefasst, denn bei diesen kann es sich nicht nur um Verstorbene handeln, sondern es können beispielsweise auch Mitteilungen von Engeln oder anderen übernatürlichen Geschöpfen empfangen werden. Um diese Nachrichten erhalten zu können, benötigen medial veranlagte Personen weder eine exakte Anleitung noch Anhaltspunkte, wie bestimmte Namen oder Fotos. Das Medium besitzt dadurch eine Form von Übersetzer- oder Vermittlerposition zwischen den Welten.

Medien können die Botschaften jedoch auf gänzlich unterschiedliche Weise wahrnehmen: So werden die Nachrichten entweder

  • als Wahrnehmungen am Körper oder
  • durch Eindrücke bzw. Empfindungen oder
  • durch eine innere Stimme oder
  • durch Stimmungen oder
  • mit dem inneren bzw. geistigen Auge

empfangen. Die medialen Begabungen einzelner Personen sind jedoch in unterschiedlicher Intensität vorhanden und auch die Möglichkeiten, diese abzurufen, sind mit verschiedenen Einschränkungsgraden verbunden.
In der Esoterik werden zum besseren Verständnis üblicherweise drei Kategorien von Medien unterschieden:

  1. Sprachmedium
    Dieser Typ vermag es, die empfangenen Botschaften in Worte zu fassen und auszusprechen. Das Geistwesen artikuliert sich somit durch das Medium. In manchen Fällen reicht die Inbesitznahme durch das jenseitige Geschöpf dabei so weit, dass das Medium beim Erwachen aus der Trance keine Erinnerung mehr an seine Äußerungen besitzt. Eines der bis heute bekanntesten Sprachmedien war Leslie Flint, von dessen Sitzungen es zahlreiche Aufzeichnungen gibt. Er hat unter anderem mit verstorbenen Prominenten wie dem Schriftsteller Oscar Wilde oder dem britischen Premierminister Winston Churchill Kontakt aufgenommen.
  2. Schreibmedium
    Bei dieser auch unter dem Begriff des Automatisierten Schreibens bekannten Form medialer Fähigkeiten tritt das Ego des Mediums in den Hintergrund, während der Kontakt aus der jenseitigen Welt die Kontrolle übernimmt und durch die Hand des Mediums Botschaften an die Lebenden zu Papier bringt. Eine bekannte Vertreterin dieser Praxis war Helen Cohn Schucman: Die amerikanische Psychologieprofessorin soll ihr Werk „A Course in Miracles“ unter dem Einfluss einer inneren Stimme verfasst haben, die sie als Jesus identifiziert haben will. Ihre besondere Autorenschaft an dem Buch wurde auf ihren Wunsch hin jedoch erst posthum öffentlich gemacht.
  3. Kunst- und Musikmedium
    Diese mediale Fähigkeit ähnelt der des Schreibmediums. Sie äußert sich jedoch darin, dass keine Schriftstücke, sondern Bild- oder Musikkompositionen aus der jenseitigen Welt empfangen und mit der Hand des Mediums realisiert werden. Eines der bekanntesten Musikmedien war die Britin Rosemary Brown, die Musikstücke für verstorbene klassische Komponisten wie Franz Liszt und Ludwig van Beethoven transkribiert haben will und nach eigenen Angaben nur eine mäßige musikalische Ausbildung besaß. Ihre Fähigkeiten sind jedoch umstritten, da Psychologen vermuten, dass Browns Werke das Ergebnis einer Art dissoziativer Persönlichkeitsstörung, d.h. einer Abspaltung ihres Bewusstseins, entsprangen.


Medialität, ein besonderes Talent?

Mediale Fähigkeiten SanduhrIn der Esoterik wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass ausnahmslos jede Person über mediale Fähigkeiten verfügt. Das Niveau, auf dem diese sich befinden, und die Intensität, in der Menschen diese wahrnehmen, unterscheiden sich jedoch von Individuum zu Individuum. Das bedeutet, dass der eine vielleicht eine sehr treffende Intuition besitzt und sich exzellent in sein Gegenüber hineinfühlen kann, während ein anderer dagegen eher präkognitive Fähigkeiten hat, also in die Zukunft weisende Träume oder Visionen hat, und eine dritte Person wiederum Geistwesen spüren oder sogar kontaktieren kann. Doch all diese Eigenschaften sind lediglich die Folge einer Sensibilität für die Außersinnlichkeit und das Übernatürliche, das jedem Menschen offen steht, der sich mit sich und seinem Platz im Kosmos auseinandersetzt.

Aufrichtige Angehörige der Esoterik-Szene werden nie behaupten, sie seien Auserwählte oder der Weisheit letzter Schluss. Auch medial weiter fortgeschrittene Menschen sind immer noch Menschen, die fehl- und angreifbar sind. Dennoch kann der Umgang mit der eigenen Medialität dazu führen, dass man bewusster durchs Leben geht und seiner Umwelt näher kommt, was einen gleichermaßen beflügeln wie erden kann. Nicht umsonst üben sich Gläubige jeglicher bekannten Religionen seit ewigen Zeiten in Meditation und Selbstreflexion: Denn erst wenn wir nach innen blicken, vermögen wir wahrhaftig nach außen zu sehen!